Deutsch: Sprache des Volkes

Zur Entstehung der deutschen Sprache:


Deutsch ist, neben anderen europäischen Sprachen, die Sprache, die mit langer Geschichte zu kennzeichnen ist. Sie steht sowohl für geschichtliche Verläufe der Germanenzeiten als Volkssprache, als auch kulturelle und wissenschaftliche Vorläufigkeiten. Sogar heute gilt die deutsche Sprache als Urquelle der Philosophien und gesamten menschlichen Überlegungen, die es je gab.
Deutsch als Muttersprache sprechen heutzutage etwa 140 Millionen Menschen in der ganzen Welt. Sie ist damit eine der zehn meist gesprochenen Sprachen weltweit. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gilt Deutsch als erste offizielle Amtssprache. Doch wie erschien die deutsche Sprache?

Baum der deustchen Sprache:      Baum
 
Die Entwicklung der deutschen Sprache ist ein sehr langwieriger Prozess. Die deutsche Sprache ist Teil einer größeren Sprachfamilie, die als indoeuropäische Sprachfamilie bezeichnet wird. Zu dieser Sprachfamilie zählt man ungefähr 130 Sprachen und ca. 2 Mrd. Sprecher. Ob es aber eine europäische Ursprache gegeben hat, ist derzeit noch nicht zu beweisen. Einen eigenständigen Zweig in dieser Sprachfamilie bilden die germanischen Sprachen. Hier lässt sich mit großer Sicherheit eine gemeinsame Sprachbasis festlegen, das Urgermanische. Der Ursprung der germanischen Sprache ist noch nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass es sich um Gebiete der westlichen Ostsee, der Küsten Südskandinaviens, des heutigen Dänemarks und der norddeutschen Küsten handelt. Der Prozess der Ausbildung des Urgermanischen aus dem Indoeuropäischen war ein langer Prozess, der sich über Jahrhunderte hinzog und ca. 500- 400 vor unserer Zeitrechnung (v. u. Z.) abgeschlossen war.

Die indoeuropäische Sprachfamilie

1. Lautverschiebung
Dabei traten einige wichtige sprachliche Veränderungen auf. Die gravierendste war wohl die erste oder germanische Lautverschiebung. Die stimmlosen Verschlusslaute wurden zu stimmlosen Reibelauten:
Idg. /p/ > germ /f/
Idg. /t/ > germ /q/ (thorn)1
Idg. /k/ > germ /X/ (gesprochen ch)

In Verbindung mit /s/ bleiben die stimmlosen Verschlusslaute unverschoben, in Verbindung mit /p/ und /k/ wird /t/ ebenfalls nicht erfasst.
Einige Beispiele:
Lat. Pellis - dt. Fell
Lat. nepos - dt. Neffe
Idg. tu - got. qu (nhd. du)
Lat. hostis - got. Gasts
Lat. captus - got. Hafts
DAS /Q/ STEHT IN DIESEM FALL FÜR DEN LAUT THORN,
GESPROCHEN WIE EIN /T/ IN DEN WÖRTERN TON, TORF UND TOD
Als zweiter Bereich verschieben sich die stimmhaften Verschlusslaute zu stimmlosen
Verschlusslauten:
Idg. /b/ - germ. /p/
Idg. /d/ - germ. /t/
Idg. /g/ - germ. /k/

Auch hier einige Beispiele:
Lat. genu - dt. Knie
Lat. ego - got. ik (nhd. ich)
Lat. turba - got. qorp (nhd. Dorf)

Die erste Lautverschiebung war abgeschlossen, noch bevor die Germanen auf die Römer trafen, also spätestens zum Ende des 2. Jhd. vor unserer Zeitrechnung. Das Wort "Caesar", das älteste bekannte Lehnwort aus dem Lateinischen, zeigt in der deutschen Form "Kaiser" keinen Einfluss der ersten Lautverschiebung. Die germanische Sprachfamilie hat in der Folgezeit folgende Sprachgruppen entwickelt:

Übersicht der germanischen Sprachen

2. Lautverschiebung
Für die weitere Entwicklung des Deutschen, ist vor allem die Ausgliederung des
Althochdeutschen aus der Gruppe der elb- und rheingermanischen Dialekte
wichtig. In der althochdeutschen Zeit kommt es zu einer Annäherung der bisherigen
Stammessprachen und zu Ansätzen einer Spracheinheit in drei große
Sprachgruppen: Althochdeutsch - Altniederfränkisch (heutiges Niederländisch)
- Altsächsich.
Dennoch findet gerade im Althochdeutschen eine weitere Veränderung im Bereich des Konsonantismus statt. Diese Veränderung nennt man zweite oder auch althochdeutsche Lautverschiebung. Die im germanischen stimmlosen Verschlusslaute, entwickeln sich im Althochdeutschen einmal zu stimmlosen Reibelauten (I) oder zu

Affrikaten (II):
(I)
germ. /p/ > ahd. /ff/
germ /t/ > ahd. /zz/
germ. /k/ > /hh/

Doppelkonsonanz wird im Auslaut und nach langem Vokal vereinfacht
Beispiele:
engl. open - ahd. offan (nhd. offen)
engl. eat - ahd. ezzan (nhd. essen)
engl. make - ahd. mahhôn (nhd, machen)

(II) im Anlaut nach Konsonantenverdoppelung, nach /l/, /r/, /m/, /n/:
germ. /p/ > ahd. /pf/
germ. /t/ > ahd. /tz/
germ. /k/ > aobd. /kch/

Sie bleiben aber unverschoben bei /tr/, /hat/, /ft/, /st/, /sp/ und /sk/
Beispiele:
engl. pound - ahd. pfunt (nhd. Pfund)
engl. help - ahd. helpfan (nhd. helfen)

Nicht regelmäßig, sondern je nach Mundart verschoben werden die germanischen
stimmhaften Verschlusslaute zu stimmlosen Verschlusslauten:
Vorahd. /b/ > alem. /p/
Vorahd. /d/ > ahd. /t/
Vorahd. /g/ > alem. /k/

Die zweite Lautverschiebung begann ca. 500 n. Chr. und dauerte ca. 200 Jahre. Auch der Wortschatz, als Spiegelbild der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung einer Gesellschaft, wird in dieser Epoche der Veränderung weiterentwickelt. Schriftdokumente aus der damaligen Zeit zeigen, dass die Schriftkultur noch weitestgehend von Klerikern bestimmt wird. Die dominierende Sprache ist weiterhin die lateinische Sprache. Somit werden gerade in dieser Zeit viele Ausdrücke übernommen (1. lateinische Welle). Bei diesen Wörtern zeigt sich dies vor allem daran, dass sie die Veränderungen der zweiten Lautverschiebung mitgemacht haben. Die Zeit der Christianisierung bringt eine zweite Welle von Lehnwörtern mit sich, die man als zweite lateinische Welle bezeichnet. Im Weiteren entwickelt sich das Althochdeutsche weiter zum Mittelhochdeutschen (ca. 1050 n. Chr.), dann zum Frühneuhochdeutsch (ca. 1350) und als letztes Entwicklungsstufe weiter zum Neuhochdeutsch (seit ca. 1650). (1)

Zusammenfassung: Hassen Dif (University of Algiers 2)

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Literaturverzeichnis:

1-    Malte Stumpe, Eine Reise durch das Universum  zur Sprachgeschichte und –Bedeutung Universum ®  BREMEN
2-    Holger Münzer, Die Entstehung der deutschen Sprache.
3-    Die Illustration aus: www.google.de/bilder



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Datum der letzten Aktualisierung: 31/10/2014